Landesverband Motorbootsport
Rheinland-Pfalz e.V.

 

Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Motorbootsport Rheinland-Pfalz e.V.


Am 24. März 2018 fand im Bürgerhaus Frei-Weinheim die ordentliche
Mitgliederversammlung des LVM-RLP statt.
Präsident Gisbert König konnte zahlreiche Teilnehmer der Mitgliedsvereine und
Gäste begrüßen.
Er dankte den Mitgliedern und dem Vorsitzenden des Ingelheimer Yachtclubs, Dr.
Würkert für die Bewirtung. Der Vorsitzende des gastgebenden Vereins hieß die
Anwesenden in einem kurzen Grußwort ebenfalls willkommen.

In einer Gedenkminute für die Verstorbenen der Vereine und des Verbandes galt ein
besonderes Gedenken dem am 22.03.2018 verstorbenen Ehrenpräsident des HELM,
Michael Wagner.

Als Ehrengäste begrüßte Gisbert König
Christel Lenarz (Präsidentin des HELM), die verdienten Wassersportler Dr. Johannes
Schmidt und Marco Feltgen, Frank Zimmermann (Referent Wassersport und
Wassertourismus beim ADAC Mittelrhein), Egon Schuster (Ehrenpräsident des LVM-RLP)
und Egon Heberger, der
für seine langjährige Arbeit als Präsidiumsmitglied des LVM-RLP mit einer
besonderen Ehrenurkunde ausgezeichnet wurde.

JHV 2018 LVM-RLP

In ihrem Grußwort erinnerte Christel Lenarz ebenfalls an ihren Amtsvorgänger
Michael Wagner, dessen Tod in den Reihen der Wassersportler große Betroffenheit
ausgelöst hatte. Der über die Grenzen des HELM hinaus bekannte und verdiente
Wassersportler galt als beliebte Persönlichkeit mit mit großer Sach- und
Fachkompetenz.
Sie dankte allen Vereinsvertretern für deren ehrenamtliches Engagement und betonte
die gute Zusammenarbeit der beiden Nachbarverbände, insbesondere mit Blick auf die
gemeinsame Arbeit hinsichtlich des Pilotprojektes LiLa-Living Lahn.

Nach der Begrüßung und der Feststellung des Stimmrechtes verlief die Versammlung
laut Tagesordnung.

Seinem Tätigkeitsbericht stellte Gisbert König eine kurze persönliche Erklärung
voran. Er schilderte die Entwicklungen hinsichtlich seines Engagements beim DMYV,
ausgelöst durch den Tod von Heinz Adorf im Jahr 2017. Auch als 1. Vizepräsident
des DMYV wird König in Absprache und mit Unterstützung des LV-Präsidiums nach wie
vor als Präsident des LVM-RLP tätig sein.
In seinem Jahresbericht stellte Gisbert König die Verbandsarbeit des abgelaufenen
Geschäftsjahres dar. Nach wie vor nehmen der Dachverband DMYV und das Projekt
LiLa-Living Lahn einen hohen Stellenwert ein und bestimmen schwerpunktmäßig die
Arbeit des Präsidiums. Im Prozess zur Erhaltung der 2800 km Nebenwasserstraßen
entstand speziell innerhalb des Pilotprojektes Lahn unter der Moderation des WSA
Koblenz eine äußerst aktive Zusammenarbeit zwischen HELM und LVM-RLP und dem
Bündnis Pro Lahn. Nähere Ausführungen dazu übernahm der Vizepräsident des LVM-RLP,
Werner Brandmüller in einem gesonderten TO-Punkt.
Desweiteren schilderte König den Fortgang der Arbeit hinsichtlich der Homepages
der Landesverbände, die an die des DMYV angegliedert werden sollen. Ebenso folgte
ein kurzer Rückblick auf die zentrale Verleihung der Blauen Flagge und die bei
vielen Vereinen entstandenen Irritationen bezüglich einiger Neuerungen in der
Ausschreibung 2018, auf die die Landesumweltbeauftragte Anne Hochreuther in einer
Präsentation näher einging bzw. einen Vorschlag für einen Umweltplan eines Vereins
vorstellte. Auch hinsichtlich der Umweltarbeit betonte der Präsident die gute
Zusammenarbeit der beiden Landesverbände Hessen und RLP. Gemeinsame Umweltseminare
sind mittlerweile Tradition.
Um zukünftige Bootfahrer zu gewinnen, gibt es Tendenzen auch Wasserskivereine in
die Landesverbände aufzunehmen. Diesbezüglich soll der LV Bayern eine
Vorreiterrolle übernehmen. Gisbert König verwies in diesem Zusammenhang auch auf
die frühzeitige Öffnung des LVM-RLP für den Jetski-Sport.
Ein Urteil des Potsdamer Verwaltungsgerichts sorgt derzeit für Besorgnis bei
Besitzern mobiler Hausboote. Diese werden laut Urteil als bauliche Anlagen
bewertet, für die ein Bauantrag gestellt werden muss. In dieser Angelegenheit
möchte der DMYV über Öffentlichkeits- und Pressearbeit eine breite Diskussion
initiieren.
Abschließend dankte Gisbert König den Mitgliedern des Präsidiums für die
hervorragende Unterstützung und die äußerst harmonische und zielführende
Zusammenarbeit. Dem Ehrenpräsidenten Egon Schuster dankte er für die Ausarbeitung
der Verbandschronik, die mittlerweile bis ins Jahr 2015 erstellt ist.

JHV 2018 LVM-RLP

In einem gesonderten TO-Punkt informierte Gisbert König über die derzeitige Arbeit
des Dachverbandes DMYV. Bezüglich der Umstellung der Führerscheine auf
Scheckkartenformat standen Verhandlungen mit dem Verkehrsministerium und der
Bundesdruckerei an. Nach Verhandlungen auf präsidialer Ebene und mit
Einverständnis des Verkehrsministeriums verzichtet der ADAC auf eine geplante
Bestallung zur Prüfung von Führerschein- und Funkzeugnissen, wird sich aber bei
der Qualität der Ausbildung und im Verkehrsausschuss einbringen.
Handlungsbedarf des DMYV entstand durch den Rückzug der ADAC-Zentrale München aus
dem Motorbootrennsport. Da der Rennsport eine Kernkompetenz des DMYV ist und
dieser über alle Rennlizenzen verfügt, stellt er eine wichtige Basis der
Gemeinnützigkeit dar. Nach Bekanntwerden des Rückzuges galt es deshalb,
kurzfristig ein Konzept zu erstellen und Verträge zwischen ADAC-Hauptverwaltung
und DMYV vorzubereiten, um auch für die Zukunft die Rennen zu sichern. Lokale Gaue
wie z.B. der ADAC Mittelrhein werden den Rennsport auch weiterhin unterstützen und
voranbringen.
Hinsichtlich Jugendarbeit und Nachfolgeregelungen kommen in den nächsten Jahren
aufgrund des demographischen Wandels auf alle Vereine und Verbände
Herausforderungen zu. Gisbert König appellierte deshalb an die Vereinsvertreter,
sich um einen jugendlichen „Unterbau“ in ihren Vereinen zu bemühen.

In ihrer Präsentation stellte die Landesjugendleiterin die Aktivitäten der
Verbandsjugend dar. Sie gab einen Überblick über die Platzierungen bei den
verschiedenen Meisterschaften und dem Nationalkaderausscheid. Bei letzterem
konnten Maxim Sedelnikov und Chiara Schumann die Plätze 3 und 7 belegen. Bei den
Deutschen Meisterschaften im Schlauchbootslalom erreichte die Landesverbandsjugend
in der Länderwertung Platz 5. Nadine Kössler gab auch einen Überblick über die
Arbeit im Vorstand der Bundesjugend, dessen Mitglied sie seit 2016 ist. In einer
Hauptausschusssitzung der Bundesjugend am 21.04.2018 steht Nadine Kössler als 1.
Vorsitzende im Vorstand der Bundesjugend zur Wahl an.

Schatzmeister Werner Brandmüller stellte im Anschluss die Finanzen des
Landesverbandes vor. Die Kassenprüfer bescheinigten eine einwandfreie
Kassenführung und beantragten die Entlastung des Präsidiums, die einstimmig durch
die Versammlung erfolgte.
Ehrenpräsident Egon Schuster dankte Gisbert König für dessen engagierte Tätigkeit
als Präsident des LVM-RLP und zeichnete ihn mit der Ehrennadel des LVM-RLP in Gold
mit Kranz aus.

JHV 2018 LVM-RLP

Werner Brandmüller gab in seinem Vortrag zum Bundesprogramm „Blaues Band“ einen
Überblick über den aktuellen Sachstand. Die Fachstudie kommt zu dem Ergebnis, dass
51 % der gegenwärtigen Flussauen an Bundeswasserstraßen zum europäischen
Schutzgebiet Natura 2000 gehören, wobei der überwiegende Teil vorkommender Arten
und Lebensräume in einem schlechten bis gefährdeten Erhaltungszustand ist. Die
Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet Mitgliedsstaaten bis spätestens 2027 einen
guten ökologischen Zustand der Gewässer zu erreichen. Brandmüller stellte
zeitliche Eckdaten aus dem Leitbild des Bundesprogramms „Blaues Band“ vor:
Bis 2050:







ist die nicht mehr benötigte Infrastruktur im Gesamtnetz der Bundeswasserstraßen
in Verbindung mit Renaturierungsmaßnahmen
rück- oder umgebaut
sind die Nebenwasserstraßen auf der Grundlage von Entwicklungskonzepten
anderen gesellschaftlichen Aufgaben zugeführt
sind die Nebenwasserstraßen und Auen leistungsfähiger Bestandteil des
länderübergreifenden Biotopverbundes
Bis 2035:




Durchgängige Befahrbarkeit der Lahn für Berufs-, Sport- und
Freizeitschifffahrt von km 70 bis zur Mündung in den Rhein
Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur (Stege, Festmacher, Schleusenfunk,
Entsorgung, Bunkern von Wasser)
von Wasser und Land aus Erleben intakter Natur
Sicherstellung der Zuständigkeit und Verantwortung durch den Bund als
Eigentümer der Lahn
Erhalt der Sport- und Freizeitschifffahrt für die obere Lahn (oberhalb km 70)
Verlängerung der Schleusenzeiten -> Automatikschleusen

Entwicklung, Maßnahmen und Investitionen an Nebenwasserstraßen basieren auf
Entwicklungskonzepten und dienen neben der Bewirtschaftung der Wasserstraßen auch
der nachhaltigen Stärkung der Regionen. Pilotprojekt für ein Entwicklungskonzept
im Nebennetz ist das Projekt Lebendige Lahn – ein Fluss, viele Ansprüche. Es hat
Pilotfunktion für andere Nebenwasserstraßen.
Das Projekt LiLa-LivingLahn umfasst eine Reihe von Einzelmaßnahmen sowie ein
Entwicklungskonzept für die Lahn. Start war 2017 mit 3 Workshops zur
Interessensvertretung.
Themenbereiche: Naturschutz, Schifffahrt, Tourismus, Landwirtschaft etc.
Zur Interessensvertretung des Wassersports wurde der Arbeitskreis Lahn gebildet,
dem folgende Vertreter des Wassersports angehören: Gisbert König (1. Vizepräsident
des DMYV , Präsident des LVM-RLP), Christel Lenarz (Präsidentin des HELM), Helmut
van Veen (DMYV Raumordnung, Infrastruktur und Umwelt), Heiko Leuchs (YC
Rheinlache, Doktor der Biologie, Amt für Gewässerkunde), Anton Hagenkötter
(Vorsitzender Pro Lahn), Winfried Münch (stellv. Vorsitzender Pro Lahn) und Werner
Brandmüller (Vizepräsident LVM-RLP).

Werner Brandmüller stellte als Beispiel die erarbeiteten Ziele seiner
Arbeitsgruppe vor:








Durchgängige Befahrbarkeit der Lahn für Berufs-, Sport- und
Freizeitschifffahrt von km 70 bis zur Mündung in den Rhein
Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur (Stege, Festmacher,
Schleusenfunk, Entsorgung, Bunkern von Wasser)
von Wasser und Land aus Erleben intakter Natur
Sicherstellung der Zuständigkeit und Verantwortung durch den Bund als
Eigentümer der Lahn
Erhalt der Sport- und Freizeitschifffahrt für die obere Lahn (oberhalb km 70)
Verlängerung der Schleusenzeiten -> Automatikschleusen
Als weitere Schritte der Projektarbeit stehen eine Abschlusskonferenz Phase 1 im
Juni 2018 an sowie die Analysierung und Bewertung der Gruppeninteressen und
Definierung des Zielsystems unter Öffentlichkeitsbeteiligung.
Das Gesamtprojekt erstreckt sich über einen Zeitraum von 10 Jahren (2015 – 2025).
Projektbudget: 15,7 Mio. Euro davon 8,5 Mio. Euro Förderanteile EU

JHV 2018 LVM-RLP

Nachdem keine Anträge eingegangen waren, folgte zwischen den Teilnehmern ein
angeregtes Rundgespräch zu Themen des motorisierten Wassersports.
Gisbert König verwies zum Ende der Versammlung nochmals auf die Homepage des LV
(www.lvm-rlp.de ), auf der alle anstehenden Termine zu finden sind.
Er dankte allen Teilnehmern für ihr Kommen und wünschte eine gute, erfolgreiche
Saison 2018.